Die Beringstraße

          

Durch die Inselgruppe der Aleuten, die Alaska (USA) gehört, geht „unser Längengrad“ in Richtung Beringstraße. Hier streift er ganz knapp den nordöstlichsten Ausläufer von Russland.

Die Aleuten bestehen aus über 150 Inseln, die sich über 1750 km nach Südwesten erstrecken. Den westlichen Ausläufer dieser Inselketten bilden die Kommandeurinseln. Diese gehören zu Russland. Die gesamte Inselgruppe stellt die natürliche Abgrenzung vom Nordpazifik zum Beringmeer dar.

Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs, sehr gebirgig (bis 2861 m hoch), und weisen nur eine recht spärliche Vegetation auf. Einige, der etwa 80 Vulkane sind noch heute tätig. Im Norden fällt das Gelände recht steil in das bis zu 4096 m tiefe Seebecken des Beringmeers ab, im Süden schließt sich der bis zu 7822 m tiefe Aleutengraben im eigentlichen Pazifischen Ozean an.

Die Inseln liegen zwar ungefähr auf dem gleichen Breitengrad wie Berlin, gehören aber zur subarktischen Klimazone. Der warme Kuro-Schio-Meeresstrom sorgt mit seinen Wassertemperaturen von 2 bis 9 °C je nach Jahreszeit dennoch für gemäßigte Temperaturen.

Insgesamt herrscht aber ein sonnenarmes und sehr feuchtes Klima. Die Niederschlagsmengen auf den Inseln liegen etwa zwischen 500 und 2000 mm pro Jahr, es gibt zwischen 120 und 250 Regentage. Während im Winter die Tagesdurchschnittstemperaturen zwischen −5 und +2 °C liegen, werden im Sommer Temperaturen von 10 bis 13 °C gemessen.

An Pflanzen findet man Moose, Gras, einige Kräuter, Steinbrechgewächse, sowie verkrüppelte Büsche und Fichten. Alle Pflanzen müssen lange Bedeckung durch Schnee und eine kurze kühle regenreiche Vegetationsperiode aushalten.

Ungefähr 1500 km nördlich der Aleuten liegt die Beringstraße. Sie ist 85 km breit und durchschnittlich nur etwa 30 bis 50 m tief. Die Meerenge verbindet Asien (Kap Deschnjow) im Westen mit Alaska (Kap Prince-of-Wales) im Osten. Es gab schon Jahre, in denen die Beringstraße zugefroren war.

Durch die Beringstraße verläuft auch die globale Datumsgrenze.  

Vor etwa 10.000 Jahren, als die letzte Eiszeit zu Ende ging, war die Beringstraße eine feste Landbrücke zwischen den beiden Kontinenten Asien und Amerika. Auf dieser, so nimmt man heute an, könnten die ersten Menschen nach Nordamerika gelangt sein.

Hier, in der Provinz Tschukotka, streift „unser Längengrad“ die östlichste Siedlung von Russland und von Asien auf der Tschuktschen-Halbinsel. Die Ortschaft mit 800 Einwohnern heißt Uelen. Sie befindet sich 30 km vom östlichsten Punkt Asiens, dem Kap Deschnjow, an der Beringstraße entfernt. Die Zeit für Uelen in Russland ist die sogenannte "Magadan-Zeit" und ist der Zeit in Moskau 8 Stunden voraus. In der Russischen Föderation gibt es seit dem Jahr 2011 keine Winter- und Sommerzeit mehr, sondern nur noch die Sommerzeit. Es ist bei uns während der Winterzeit in Uelen UTC+12 (UTC heißt "koordinierte Weltzeit"). Das bedeutet, dass die Zeit in Uelen der von Mitteleuropa im Winter 11 Stunden voraus ist. Im Sommer ist Uelen uns in Mitteleuropa 10 Stunden voraus.

Trotz der 9 Zeitzonen in der Russischen Föderation (von Königsberg bis Uelen) gibt es bei den Fahrplänen der Eisenbahnen, den Flugplänen sowie bei den Plänen des Schiffverkehrs eine einzige Zeitangabe, nämlich die der Moskauer Zeit. Dies betrifft auch das Fernsehprogramm.

Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Beringstra%C3%9Fe

http://de.wikipedia.org/wiki/Uelen

     

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